Dreadlocks auskämmen – Dreads loswerden ohne abschneiden – Anleitung

Dreadlocks auskämmen – Anleitung

Dreads loswerden ohne abschneiden oder abrasieren

Aktualisiert am 23. November 2019

Fortsetzung von: 7 Jahre Dreadlocks – “Ohne meine Haare, was bin ich dann noch?“

Dreadlocks auskämmen statt abrasieren

Dreadlocks auskämmen? Geht das? Auch mit “alten” und hart verfilzten Dreads? Ja, das geht! Ich habe schon einigen Menschen dabei geholfen, sich von ihren Dreads zu trennen. Alle haben eines gemeinsam:

Keiner hat seine Haare abschneiden oder gar abrasieren müssen.

Allen habe ich die Dreadlocks ausgekämmt – und das fast schmerzfrei. Ganz gleich wie die Dreadlocks zuvor aussahen.

(Vorher-Nachher Bilder findest du weiter unten)

Merke: Je dünner und älter deine Dreads sind, desto langwieriger ist das auskämmen (da stärker verfilzt). Das gleiche gilt auch für Stellen, die mit Perlen oder Wolle abgedeckt sind, diese sind meist sehr stark verfilzt und man benötigt dafür etwas mehr Zeit. Aber ganz gleich ob deine Dreads 1 Jahr jung sind oder ob du deine Dreadlocks schon etwas länger hast:

Sie gehen alle raus – ganz ohne abschneiden.



Anleitung

☀️Alles was du dafür brauchst:

  • Geduld
  • Optional ein paar helfende Hände
  • Und für die „nasse Variante“ eine hardcore Spülung* (MIT Silikone – alternativ ohne Silikone)



Dreads auskämmen – Dreads öffnen

Für’s Dreadlocks aufkämmen brauchst du größtenteils nur den unteren Teil, den Stil des Stilkamms*.

🍃Dafür nimmst du dir jeweils einen Dread und beginnst ganz unten an der untersten Spitze (egal ob geschlossene oder offene Spitzen). Du arbeitest dich langsam hoch, bis zur Kopfhaut und dem Anfang deiner Haare.

🍃Mit einer Hand hältst du den Dread mittig oder etwas höher fest (damit es nicht an der Kopfhaut rupft) und mit der anderen Hand, stichst du mit der Spitze des Kamms – an der untersten Stelle deines Dreads – ein.

🍃Dann ziehst du den Stil des Kammes (im Dreadlock) nach unten. Du merkst schnell ob der Dread sich nach unten „öffnet“ oder ob du näher unten an der Spitze einstechen musst. Dabei musst du etwas Druck anwenden, aber du wirst bald ein Gefühl dafür haben ob du zu weit oben eingestochen hast und/oder ob es zu verknotet ist. Falls es hakt, steche wieder weiter unten ein.

Ja, das macht „Haar-brech-Geräusche“. Das ist bis zu einem bestimmten Grad ganz natürlich, denn das ist überwiegend totes, trockenes und verknotetes Haar. Du solltest darauf achten, dass du nicht zu weit oben einstichst und dabei deine lebendigen Haare abreist.

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Hier wurde schon ein Teil des Dreads geöffnet (mit der nassen Variante)

Fast geschafft

🍃Und so stichst du 1743246x mit dem Stilkamm* ein und ziehst nach unten – und wiederholst das so lange – bis du oben an der Kopfhaut angekommen bist.

In der Zwischenzeit sammelt sich auf dem Stil all das tote – eigentlich ausgefallene – Haar. Ja, das sieht erschreckend viel aus.

Je nach Länge der Dreads und Tragedauer, wirst du pro Dread eine Handvoll Haare verlieren.

Aber denk daran, diese Haare hättest du eigentlich schon längst „verloren“… du hast sie nur noch etwas mit dir herumgetragen.😉

Auch ein paar “Geschenke” wirst du in deinen geöffneten Dreadlocks finden. Zum Beispiel Staub, Hautschüppchen (besonders bei der trockenen “Auskämm-Variante” sichtbar) und noch mehr Staub. Keine Sorge, das ist kein Indiz für ungepflegte Dreads. Nein, diese “Geschenke” entwickelt sich ganz automatisch in einem “Dreadlocksleben”.

🍃Kurz bevor du oben an der Kopfhaut angekommen bist, empfehle ich dir den Dread mit den Fingern auseinander zu ziehen. Damit öffnet er sich einfacher – und es entstehen keine/wenige Schmerzen. Die Technik empfehle ich dir auch „für zwischendurch“ um sehr harte verfilzte Stellen deiner Dreadlocks zu öffnen.

Bis dahin solltest du auch keine Schmerzen gehabt haben (durch das konstante halten des Dreads).

🍃An der Kopfhaut kannst du dann den oberen Teil des Stilkamms* verwenden und ganz achtsam die letzten Verkettungen auskämmen.

Voilà – fertig.


Dreadlocks auskämmen | NASS

Für die nasse Variante gehst du genauso vor, wie bei der trockenen Variante. Der einzige Unterschied besteht darin, dass du deinen Dread – bevor du mit dem auskämmen anfängst – mit Spülung* vollpanscht. So richtig schön viel drauf und ordentlich einkneten. Ich habe dazu immer ein paar Dreadlocks vor dem auskämmen mit Spülung eingeschmiert und “die Pansche” einwirken lassen. Bei Bedarf kannst du auch zwischendrin nochmal ordentlich Spülung nachlegen.

☀️Das hat den Vorteil, dass du beim Dreadlocks auskämmen schneller voran kommst und die losen Haare (und ggf. Staub) nicht überall rumfliegen. Die Haare bleiben (inkl. Staub) am Stil des Stilkamms* haften.

☀️Der Nachteil ist, dass die Haare danach voll mit Silikone sind, falls du zuvor darauf verzichtet hast ist das eher uncool. Alternativ kannst du auch eine Spülung ohne Silikone* verwenden und austesten wie “kämmbar” deine Dreadlocks dadurch sind. Auch reißen deine Haare im nassen Zustand leider schneller (sind dann wie Gummi und brechen/reißen ab). Um zu verhindern, dass sie abreißen solltest du dabei unbedingt sehr achtsam vorgehen.

Ich habe viele Jahre lang ausschließlich mit der nassen Variante gearbeitet und damit gute Erfolge erzielt. Mittlerweile bevorzuge ich die trockene Variante ohne Spülung, diese ist – wie ich finde – die sanftere Methode. Da du ja bestimmt ein paar mehr Dreads auf dem Kopf hast, könntest du einfach beide Varianten ausprobieren… dann weißt du was für dich besser passt.

Wie lange dauert der Spaß?

Das kommt natürlich darauf an, wie lange deine Dreadlocks sind.

Je nach Dicke und Länge der Dreads dauert das auskämmen 10-30 Minuten pro Dreadlock.

Ich habe das auskämmen immer gechillt nebenher gemacht, z.B.: beim Film schauen oder Buch lesen. Am schnellsten kommst du voran, wenn du Unterstützung von einem Freund / einer Freundin hast und/oder du einfach ein paar Tage mehr einplanst. Für mich war das lange warten auch immer gut für den Prozess des Loslassen’s.

So konnte ich Stück für Stück Abschied nehmen und mich an das neue Körpergefühl/Aussehen gewöhnen.

Ich habe vor ein paar Jahren zum Beispiel die Dreads meines Fuchskinds, gemeinsam mit einer Freundin ausgekämmt. (Siehe Bilder weiter unten) Wir haben jeden Tag einige Stunden gekämmt und waren nach ca. 4 Tagen fertig.

Optisch ist das auskämmen über einen längeren Zeitraum keine auffällige Sache. Du kannst zum Beispiel einfach einen Zopf / Dutt machen und es sieht trotzdem toll aus. „Blankes Haar“ und Dreadlocks zusammen sehen – wie ich finde – eh immer gut aus.

Gibt es einen Längenverlust?

Ja und nein, ich habe beides schon erlebt. Haare die nach dem Dreadlocks auskämmen 1/4 länger waren – was durch den Längenverlust beim “Dreadlocks machen” kommt. Und Haare die danach (wie zb.: bei mir gerade aktuell) nur noch 3/4 so lang sind. Das hängt stark davon ab, mit welcher Technik die Dreads gemacht wurden, ob oft gehäkelt wurden und in welchem Allgemeinzustand die Haare sind.



Wie sehen die Haare danach aus?

Dreadlockspflege ist so ungefähr genau das Gegenteil einer Standard Haarpflege, denn Dreads sollen trocken sein um gut filzen zu können. Und genau so sehen sie erst einmal aus – so wie sie zuvor gelebt haben. Wild, trocken und alternativ.😅 Okay, die Wahrheit ist: Sie sehen (meist) kaputt und strapaziert aus.

Alles was sie – und du – jetzt brauchen ist Zeit und Liebe.

Pflege für ausgekämmte Dreadlocks

Wichtig ist Feuchtigkeit und Feuchtigkeit. Dabei solltest du am besten auf Haarpflege-Produkte (die dein Haar nicht gesünder machen) verzichten und direkt auf die Natur vertrauen.

  • Gut eignen sich pur & frisch z.B.: Aloe Vera*, Avocado oder Banane. Ich packe mir zum Beispiel den Saft frischer Aloe Vera Blätter (oder gekaufter Aloe Vera Saft*) direkt in die Haare (besonders in die Spitzen) und lasse die Haare einfach über Nacht trocknen. Am besten mindestens wöchentlich wiederholen.
  • Danach (wenn die Haare genug Feuchtigkeit speichern konnten) ist der Klassiker definitiv Kokosöl* (oder auch das gute Avocadoöl*). Haare voll damit – Handtuch drauf – ab ins Bett und am nächsten Tag auswaschen. Und das alle paar Monate wiederholen.

UND: So wenig waschen wie möglich.

Waschen trocknet unsere Haare aus und ist (leider) so wie “wir Menschen” aktuell unsere Haare waschen absolut unnatürlich. Deshalb verwende ich schon länger kein Shampoo mehr. Für meine/unsere Haare gibt es nur noch No Poo (ab und an only water). Natron* und Apfelessig sind meine Begleiter.

Dazu findest du z.B. hier sehr viele und tolle Infos: Haare nur mit Wasser Waschen – No poo only water

Kämmen statt waschen

Zusätzlich kämme ich meine Haare mittlerweile mindestens 2x täglich – intensiv und ausgiebig. Dadurch werden sie mit dem wichtigsten körpereigenen Pflegeprodukt versorgt – dem Talg / Sebum. Hört sich vielleicht erst einmal komisch oder eklig an – beschreibt aber eine völlig natürliche Sache. Durch das kämmen – mit einer geeigneten Bürste* – gelangt das überschüssige Fett der Kopfhaut und des Haaransatzes > in die Haarlängen. Dort wird es nämlich dringend benötigt, denn es stärkt, kräftigt deine Längen + Spitzen und bringt sie zum glänzen.

Natürlich, kostenlos und effizienter als jedes Ersatz-Produkt. Das Kämmen ist das A und O – deshalb ist auch eine gute Bürste sehr wichtig.

Lange habe ich nach einer passenden Bürste geschaut – eine die das Sebum auch verteilen kann(!) – und mich dann für eine sehr hochwertige KOST – Kamm Haarpflegebürste* (8-reihig) entschieden. Die Kostkamm Pflegebürste hat einen ergonomischen Griff aus Birnbaumholz und eine angepasste Form für die Kopfhaut. Meine Kinder und ich verwenden die Haarbürste seit Anfang 2019 und sind zu 99% überzeugt von ihr. Die restlichen 1% bleiben übrig, da sie leider – wie alle geeigneten Bürsten, die das Sebum zuverlässig verteilen können – nicht vegan ist… wobei hier die Bürste nichts dafür kann.

Die Kostkamm Haarpflegebürste (Nr. 4030)* ist sehr hochwertig verarbeitet, hat harte Borsten mit denen man perfekt bis zur Kopfhaut kommt, es fallen keine Borsten aus und sie ist immer noch perfekt in Form. Ja, sie wird uns noch sehr viele Jahre begleiten – wir achten gut auf sie und schätzen sie und ihre Bestandteile. Danke Mutter Natur.🍃

Als vegane Alternative gibt es noch Haarbürsten mit Sisalborsten*, diese können (wohl nicht so effektiv – aber sie können!) ebenfalls das Sebum aufnehmen und in die Haarlängen verteilen. Auch hier gibt es eine Holz-Bürste von Kostkamm >vegan mit Sisalborsten* (ebenfalls 8-reihig).

Weitere Infos zum “Haare kämmen statt waschen” findest du hier: Sebum only

Schnipp schnapp Haare ab?

Das schneiden der Haarspitzen – oder auch mehr – nach vollendeten Werk empfehle ich dir sehr. Dadurch kannst du kaputtes Haar entfernen und sorgst nachhaltig dafür, dass deine Haare auch zukünftig gesund bleiben. Falls du – so wie ich – deine Haare selbst schneidest, benutze unbedingt eine sehr gute Schere* – deine Spitzen werden es dir danken.


Dreadlocks auskämmen

Vorher – Nachher

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Und 1 Jahr später:
Hat das Fuchskind kräftiges und gesundes Haar und (ganz plötzlich wohl durch die Pubertät) wunderschöne “Korkenzieher-Locken” bekommen:
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Vorher – Nachher

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Und einige Monate später:

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Wie ich mich so ohne Dreadlocks fühlte? >> Grenzerfahrung Selbstliebe


🌿All die ausgekämmten Dreadlockshaare – die ich kenne – haben sich nach einer achtsamen Pflege ungefähr nach 3-6 Monaten erholt.


Wie ich finde, ist das auskämmen der Dreadlocks eine tolle und dankbare Lösung, wenn es für dich – so wie für mich – keine Option ist deine Haare abzurasieren.



Und du? Kämmst du schon? Erzähl mir gern wie es bei dir geklappt hat.




🌸

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Hier schreibe ich über meine Gedanken und Gefühle, kurz bevor ich – nach 7 Jahren – meine Dreadlocks auskämmte:

Bedingungslose Annahme ganz ohne optischen Zuckerguss – 7 Jahre Dreadlocks – “Ohne meine Haare, was bin ich dann noch?“



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4 Kommentare bei „Dreadlocks auskämmen – Dreads loswerden ohne abschneiden – Anleitung“

  1. Oh lieben Dank für deine Rückmeldung! Ich bin im Moment zwar auf dem Spartrip habe mir nun aber die vegane Kost Pflegebürste bestellt. Bin so gespannt und werde deinen Tipp beherzigen und viel kämmen. Obwohl ich das wegen meiner Locken immer vermieden habe. Weil sie dann aufspringen. Aber ich möchte halt ganz bald gesunde Haare haben.
    Alles Liebe,
    Alice

    Ach ja….toll dein Blog. Ich werde noch einiges lesen.
    Wir (mein Mann und ich) düsen im Januar für 6 Wochen nach Portugal. Bauen noch fleißig unseren Bus bis dahin aus.

    1. Wir haben alle drei leichte Locken… nach dem kämmen springen die wieder ziemlich bald in Form. 🙂 Ich wünsch dir viel Freude beim Haare kämmen und eine schöne Zeit in Portugal.🌸☀️

  2. Hallo. Das war super hilfreich. Ich habe mir 20 dreads ausgekämmt. 6 folgen noch. 40 bleiben dann übrig. Ich musste einfach leichter werden nach 5 Jahren und dem Gefühl nur noch aus Haaren zu bestehen. Ich kämme seit 1 Woche. Verliere zwar an Länge aber alles in allem sehen die Haare gesund aus. Aber eben trocken und strapaziert. Ich gebe ihnen gute Pflege. Hatte trotzdem Bedenken ob sie sich erholen obwohl mir mein Verstand ja schon sagt, dass das Zeit braucht. Du hast mir da Mut gemacht! Die Haare des Fuchskindes sind ja wunderschön geworden.
    Alles Liebe, Alice

    1. Hallo Alice, ich danke dir für deine Rückmeldung. Wie schön, dass ich dir helfen konnte. Ich weiß genau was du meinst, ich war anfangs auch ganz schön verunsichert. Auf der einen Seite konnte ich gar nicht glauben, dass darunter doch noch so gesundes Haar ist – und anderseits ist die Beanspruchung deutlich zu sehen (und die Ungeduld war groß). Sie werden wieder – ganz sicher. Mit viel Liebe und Achtsamkeit. Meine haben sich nach 7 Jahren Dreadlocks jetzt nach 7 Monaten „freiem Leben“ wieder erholt. 😊 Liebe Grüße Greenlygreeen

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