Ich fühle mich hässlich – Grenzerfahrung Selbstliebe

Ich fühle mich hässlich

Grenzerfahrung Selbstliebe

Fortsetzung von: Bedingungslose Annahme ganz ohne optischen Zuckerguss – 7 Jahre Dreadlocks – “Ohne meine Haare, was bin ich dann noch?“

Gewünschte Grenzerfahrung

Vielleicht ist ein paar sehr aufmerksamen Zuschauern aufgefallen, dass es schon etwas länger her ist, dass ich meine Dreadlocks ausgekämmt habe. Um genau zu sein, sind seither ganze 7,5 Monate vergangen.

Nun könnte ich euch erzählen, wie glücklich und zufrieden ich mit dieser Entscheidung war.

Wie toll diese gewünschte Grenzerfahrung war, ich die Möglichkeit hatte endlich ganz nackt zu sein und meinen Ängsten direkt ins Gesicht zu sehen. Doch um ehrlich zu sein, waren diese Monate ein harte, fordernde und gleichzeitig interessante Erfahrung. Diese 7,5 Monate habe ich gebraucht, um mich zu entwickeln und um jetzt darüber schreiben zu können.

Erschreckendes Spiegelbild

Direkt nach dem Dreadlocks auskämmen war ich super super gelöst und voller wohliger Gefühle. Als ich endlich – nach vielen Tagen der Arbeit – meinen Kopf befreit hatte, fühlte ich mich so unendlich frei. Ja ich habe sie ALLE ausgekämmt, Dread für Dread und es war eine Befreiung. Ein leichter Kopf – ohne schweres Haar – ein Kopf dessen Kopfhaut ich fühlen und sogar richtig anfassen konnte.

Wie frei atmen – Haut die in alle Richtungen offen ist.

Keine Haare mehr, die mir nachts den Platz auf dem Kopfkissen klauten. All die toten Haare – all die gespeicherten Energien – durften gehen und ich konnte loslassen. Viel leichter als gedacht.

Ach es war so schön in mir… und gleichzeitig erschrak mich der Blick in den Spiegel. Das danach…

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Ich erkenne mich nicht wieder…

Wer war das? War das wirklich ich? Dünnes Haar – so unglaublich dünn und kaum mehr vorhanden. Eine veränderte Haarfarbe – von schönen blond-braunen Nuancen, zu einem einfältigen hässlichen Braun. Komische Wellen, die mein Haar wie eine “verlebte” hässliche Dauerwelle zierten. Ein völlig neues Erscheinungsbild.

Ja, dass ich immer schon sehr dünnes Haar hatte – wusste ich noch. Diese Tatsache war die ganzen Jahre nur verdeckt, durch 7 Jahre Dreadlocks und dem damit verbundenen fehlenden Haarausfall. Auch war kaum mehr Haarlänge vorhanden, so viel Länge ist einfach abgebrochen.

Also stand ich da, mit diesem neuen, nackten und trostlosen Spiegelbild. Das war sie also… meine neue Optik. Das war ich!? Ich erkannte mich nicht wieder.

Und, ich wollte mich SO auch nicht sehen. Schön war was anderes. Ich fühlte mich einfach nur hässlich.

Ein neues Aussehen, welches ich jetzt wohl irgendwie annehmen und vielleicht sogar lieben soll?!? Aha, nein Danke! Nicht mit mir! Das war ja wohl wirklich die dümmste Idee, dass ich meine Dreadlocks ausgekämmt habe.

Ich mach mich schnell mal schön…

Und mit dem fühlen dessen – was ich da freilegte – kam auch gleich der Wunsch nach Veränderung. Am liebsten hätte ich mein Äußeres sofort wieder verändert, so dass ich das ganze Drama nicht mehr fühlen oder sehen muss.

Schnell weg mit diesem “Ich fühle mich hässlich” und schnell schön fühlen.

Schnell schnell weg. Damit nie-niemals jemand sieht, wie hässlich und einfältig ich eigentlich aussehe. Damit niemand sehen kann, wie hässlich ich mich fühle. Damit niemand sieht, wie viel Unsicherheit in mir lebt. Damit niemand sieht, wer ich wirklich bin. Damit niemand in mich rein schauen kann. Damit alles so bleibt wie es ist.

Warum fühle ich mich hässlich?

Aber ich wollte da durch. Genau das fühlen, was da in mir vorhanden ist. Freilegen und sichtbar machen. Hinfühlen. Auflösen. Was ist da, oder nicht da?

Fühle ich mich vielleicht nur innerlich hässlich? Und dadurch auch hässlich im Außen?

Und was passiert, wenn ich mein Äußeres jetzt verändere – wieder „schöner“ bin? Fühl ich mich, dann auch innerlich schön? Fühle ich mich, dann rundum schön und geliebt? Fühle ich mich, dann wertvoller? Fühle ich mich, dann nicht mehr hässlich? Oder ist das verändern meines Aussehens gerade nur ein überdecken meiner Themen?

Ich fühle mich hässlich und das will ich nicht fühlen…

Wochen vegingen. Monate vergingen. Ich fühlte mich immer noch so hässlich. So nichts sagend. So eintönig. So unschön. So alt. So hässlich. So wertlos.

Ich sprach mir teilweise jeden Wert als Frau ab. Unattraktiv. Ungepflegt. Fett. Hässlich. Langweilig. Einfach irgendwer. Niemand schönes.

Ich duckte mich und wurde immer kleiner. Versteckte mich und meine Haare. Ja, plötzlich fand ich mein komplettes Gesicht hässlich und fing an mein ganzes Erscheinungsbild abzulehnen. Ich resignierte und blieb im Gefühl gefangen – wollte es nicht fühlen. Ich steckte fest, weil ich nicht hinsehen/hinfühlen wollte.

Wow. Was das alles ans Licht brachte. Ich habe mich so lange versteckt und versucht all das nicht zu fühlen. Mich zu überreden, mich doch endlich mit ner schicken Frisur oder sonstigen Tricks wenigstens irgendwie aufzuhübschen – um dann mal schnell wieder klar zu kommen. Auch mein Verhalten wollte ich abstellen:

Mensch, so denkt man doch nicht über sich… her mit der Selbstliebe und weg mit der ganzen Ablehnung. Komm mal klar Mädl!

Ja wirklich? Ist Verhalten abstellen eine Lösung? Oder mein Aussehen aufhübschen? Oder mein Herz zu verschließen und im Widerstand mit meinen Gefühlen zu bleiben? Ist wegschieben eine Lösung?

Ich darf mich hässlich fühlen…

Tief in mir kannte ich die Antwort. Ich wusste, dass mein Äußeres erst einmal genau SO sein darf. Ich wusste, dass ich mich erst einmal genau so fühlen darf. Bis ich durch und fertig gefühlt habe. Bis ich aufhöre, mich über mein Äußeres zu definieren und mir nur dadurch einen Wert zuspreche. Bis ich aufhöre mich nur durch mein Äußeres „gut“ und schön zu finden. Aufhöre – weil ich fertig gefühlt habe.

Bis ich rundum im Frieden damit bin.

Und so pflegte ich mein “hässliches Spiegelbild”. Haare die kraftlos an mir hingen wurden gekämmt, durften in Aloe Vera baden und wurden ganz achtsam nur mit Wasser und Essig gewaschen. Das war echt eine Nummer… achtsam mit etwas zu sein, etwas zu umsorgen – was man doch eigentlich hässlich findet und am liebsten weghaben möchte. Aber ich war gut zu mir… sogar liebevoll und gut zu diesem Körper. Gut zu meinem Körper, denn es war meiner. Mein Körper, der mich durchs Leben trägt und mir ein Heimatort ist.

Und ich wollte heilen…

Es ist okay, so wie es gerade ist…

Weitere Monate vergingen. Irgendwann kam ich an den Punkt, an dem es tatsächlich okay war so auszusehen. An dem es okay war, in dieser Hülle zu leben. Es war okay, dass ich gerade so aussah. Und es war okay, dass ich gerade eben nicht (m)einem Schönheitsideal entsprach. Ich machte keine Freudensprünge oder feierte mein Äußere…

Aber ich konnte das gieren nach Veränderung und äußerer Schönheit sein lassen. Ich musste nicht mehr gieren… denn ich war bei mir.

Ich habe es gelebt – wie das so ist – so nackt zu sein. Ja, ich war wirklich nackt. Nackt mir selbst gegenüber. Ich kam ins annehmen. Ins wirkliche annehmen. Es durfte einfach so sein. Die Haare durften sein. Die (ca.) 10 Kilogramm mehr Körpergewicht durften sein. Meine vernarbten Beine durften sein. Ja, ich trug sogar kurze Kleider und Hosen – ganz ohne Leggins. Die unzähligen Pickelchen in meinem Gesicht durften sein.

Das neue Körperbild durfte sein.

Ich durfte sein

An diesem Punkt begriff ich, dass alles verbunden ist. Ein allumfassendes Thema. Denn es ging nie wirklich um meine Haare oder die Dreadlocks.

🌸Es ging immer nur um mich.

🌸Um meinen Selbstwert.

🌸Um meine Liebe zu mir.

🌸Um meine bedingungslose Annahme.

🌸Um meine Wertschätzung mir selbst gegenüber.

🌸Um meinen Wert. Darum, dass ich gut bin. Dass ich genug bin. Dass ich schön und liebenswert bin. Einfach so. Immer.

Fülle Selbstliebe

Und dann konnte ich diese Fülle immer mehr in meinem Herzen spüren.

Die Fülle geliebt zu sein. Von mir.

Wertvoll zu sein. Schön zu sein. Ohne Wertung. Zu strahlen. Von innen nach außen. Ganz gleich, wie ich gerade aussehe. Und so wurden die Stimmen immer leiser. Irgendwann flüsterten sie nur noch und ich hörte sie immer seltener. Dann mal wieder lauter und wieder leiser. Und irgendwann waren sie fast verschwunden.

Alte Muster!?

Nach genau 6 Monaten war dann (endlich) der Moment gekommen, an dem ich voller Freude entschied mein Haar etwas anzupassen. Vieles ging mir durch den Kopf und so knallte ich tatsächlich wieder in alte Muster:

Vielleicht doch etwas mehr verändern? Achja, hier könnte ich noch etwas anpassen und ein wenig Farbe* da? Das passt doch super zu meinem Stil und dann würde ich auch nicht so langweilig aussehen. Oh, das sieht doch bestimmt auch noch schön aus – und das noch… um mich wieder wunder-wunderschön zu machen.

Hust. Wie gut, dass ich mich genau in diesem Moment in den Arm nehmen konnte… um mir ganz liebevoll zu sagen:

„Hey, du BIST SCHON WUNDERSCHÖN – fühl mal rein.“

Und so war schnell klar, dass ich bei einer natürlicher(en) Optik bleiben werde. Nicht umsonst ist mein Haar braun und so beschaffen wie es nun mal ist. DAS ist mein Körper – so darf er sein. Er ist – mein Körper IST. Punkt.

Ich überlegte lange herum und entschied mich dann dafür, mir nur einen kleinen Pony zu schneiden*. Und dann, fühlte es sich rundum stimmig an. Fertig. Ich wusste, ich bin jetzt durch… ich wusste, dass ich “über den großen Berg bin”.

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Anstrengend aber heilend

Ich bin wirklich froh, dass ich nicht mehr mitten in diesem Prozess stecke. Denn er war wirklich sehr anstrengend, hat sich gezogen wie Kaugummi und sehr oft wollte ich einfach fliehen und es beenden.

Aber ich wusste, dass am Ende so viel mehr für mich drin ist.

So viel Wahrheit. So viel Ent-wicklung. So viel Frieden. So viel Selbstwert. So viel Schönheit. So viel Verbindung.

So viel Liebe.

Denn es war alles schon da. In mir.

All die Schönheit war die ganze Zeit in mir vorhanden. Ich konnte sie nur nicht mehr fühlen. Ich hatte sie nur vergessen. Sie war überdeckt.


Auch wenn ich diese Stimme immer mal wieder ganz leise flüstern höre – und möglicherweise nochmal Themen aufploppen – bin ich sehr dankbar, dass ich jetzt eine ganz neue Verbindung habe. Ich kann ihr Hallo sagen… kann ihr zuhören und sie sehen. Alles darf fließen – bis es fertig gefühlt ist und weiter fließt.

Ich darf stahlen☀️

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Wie geht es dir mit der Selbstliebe?

Hast du daran auch hin und wieder zu knabbern? Liebst du dein inneres? Liebst du dein Erscheinungsbild? Wie steht es um deine Liebe?


Fühlst du dich hässlich?

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Wie es zu dieser “haarigen Grenzerfahrung” gekommen ist erfährst du hier:

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2 Kommentare bei „Ich fühle mich hässlich – Grenzerfahrung Selbstliebe“

  1. Wirklich sehr schön geschrieben. Ich habe mit dir Gefühlt und habe ebenso dieses Erdrückende Gefühl gespürt. Du bist wirklich sehr inspirierend. Leider komme ich nicht an diesen Punkt. Mein Körper und ich sind nicht eins. Das ich 130 Kilo überwicht habe belastet mich. Aber den dreh krieg ich auch nicht.
    Ich beneide dich ein klein wenig für dein “können”. Ich ziehe den Hut vor dir! Du lebst dein Leben mit Dir und deinen Kindern plus Ming genau so wie du es tun solltest.
    Ich folge dir gerne weiter und erfreue mich an eurem Sein.

    Liebste Grüße
    Sarah

    1. Ich wünsche dir ganz viel Liebe und Heilung auf deinem Weg. Danke für dein Feedback Sarah☀️

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