Zähneputzen ohne Gewalt – “Es sind nur Zähne…” Über Zwang, Druck und Alternativen

Zähneputzen ohne Gewalt

“Es sind nur Zähne…”


Festhalten

“Es sind nur Zähne, alles kein Grund um ein Baby festzuhalten und Gewalt anzuwenden.“

Das schrieb ich u.a. unter Sara Kulka’s letzten Instagram-Post (an Person XY) als ich mit einer Mama übers Zähne putzen sprach. Sie berichtete, dass ihr 10 Monate altes Baby dafür derzeit vom Vater auf dem Arm festgehalten wird damit sie ihm die Zähne putzen kann. Der kleine würde dabei weinen und sie sich nicht gut fühlen. Des weiteren sucht sie nach Tipps um die Situation zu verändern.

Nachahmung

Ich schrieb ihr von uns:

Das Sonnenkind hatte mit 6 Monaten schon ihre eigene Zahnbürste Bambuszahnbürste*. Nicht etwa um Zähne zu putzen (sie hatte keine) sondern um sie teilhaben zu lassen.

Um ihr frühzeitig die Möglichkeit zu geben mich nachahmen zu können. Jedes mal wenn ich Zähne putzte, war sie im Tuch bei mir* und konnte live erleben was ich da tue. Noch bevor sie ihre Zahnbürste hatte, wollte sie meine Zahnbürste anfassen/bewegen etc.

Jedesmal wenn ich nun im Bad stand reichte ich ihr die Zahnbürste.

Damit konnte sie dann machen was sie wollte.

Am liebsten kaute sie darauf rum, schleppte sie umher, putze den Spiegel oder stocherte im Waschbecken herum. Oft hielt sie sie stundenlang fest und schlief mit ihr im Tuch ein.

Kurz vor ihrem 1. Geburtstag bekam sie ihren ersten Zahn. Bis heute ist sie immer an meiner Seite wenn ich Zähne putze. Mittlerweile möchte sie sofort ihre Bürste haben um damit auch auf ihre Art zu putzen. Sie kaut darauf rum, schleppt sie umher und ahmt mein Zähne putzen nach.

Ganz oft putzt sie auch meine Zähne.

Und ja, das reicht mir!

Das reicht mir so lange, bis wir irgendwann den nächsten Schritt gehen. Sie tut all das – also das tägliche einfordern der Zahnbürste / das tägliche „putzen“ – aus freien Stücken heraus.

Sie ahmt mich nach. Ich bin ihr Vorbild. (Was natürlich keine Garantie für eine ewige Zahnputzliebe ist!)

Sie verbindet damit etwas schönes, gemeinschaftliches und vor allem zwangloses.

Was für eine wundervolle Basis!💛 Oder? Leider sieht das nicht jeder so…

Verantwortungslos

Person XY schrieb:

„Wie verantwortungslos bist du eigentlich? Also keine Zähne putzen und dann? Karies und schmerzen ignorieren? Oder eine schöne Vollnarkose, damit die Beißerchen repariert oder gezogen werden können, nur weil Mutti sich beweisen wollte wie cool ihre nicht-Erziehung ist? …Sollte meine Tochter mal keine Lust haben wird es trotzdem gemacht. Ich muss sie dafür aber nicht festhalten. Und selbst wenn ich sie festhalten müsste, wäre das ok für mich.

Zähneputzen ohne Gewalt

Hier geht es NICHT um nicht putzen. Hier geht es um Alternativen. Darum zu verstehen, dass Gewalt keine tolle Lösung ist.

Für keinen der Beteiligten.

Es gibt 1000 bessere Alternative als mein Baby gegen seinen Willen festzuhalten und in einem der intimsten Bereiche (dem Mund!) gewaltvoll vorzudringen.

Ich kenne diese Hilflosigkeit selbst, da meine Älteste nicht putzen wollte.

Ich hatte sie unachtsam an das Thema herangeführt und später gegen ihren Willen „nachgeputzt“.

Zwang und Druck ausgeübt. Mit Belohnung und Bestrafung gearbeitet.

Was dazu geführt hat, dass sie bis heute kein gutes Verhältnis zu ihrer Zahnbürste hat. Ich dachte das muss so. Punkt Ende. Ohne weitere Gedanken.

Alternativen

Ja, ich kann sagen: „Das MUSS jetzt einfach, deshalb halte ich dich jetzt fest.“ OHNE Alternativen.

ODER aber ich gehe den vielleicht etwas aufwendigeren Weg und mache mir Gedanken. Gedanken über neue Wege die für alle gangbar sind.

Nehme erst einmal den Druck raus und bin mir meiner Macht bewusst.

Nachhaltig Verantwortung übernehmen. Friedvoll bleiben AUCH DANN wenn es nicht klappt. Ich weiß wie anstrengend das sein kann.

Alternativen finden. Denn es sollte keine Lösung sein, Gewalt anzuwenden nur „weil es okay für mich ist“. Es gibt so viele wunderbare Möglichkeiten die ausgeschöpft werden möchten.


Piepmadame hat dazu mal einen ganz tollen Blogartikel verfasst mit Alternativen:

Piepmadame Blogbeitrag Zähneputzen


Und wenn’s doch nicht klappt?

Druck rausnehmen.

Ja, dann sind es EINFACH NUR ZÄHNE.

Dann gibt es einen neuen Tag. Dann gibt es eine neue Woche. Eine neue Chance.

Eine neue Chance meinem Kind auf Augenhöhe zu begegnen und für Kind & Zähne eine Lösung zu finden.

In Verbindung bleiben.💚


Wie handhabt ihr das? Tricks?

Lasst uns gern zusammen ein paar Ideen sammeln und Inspiration für groß & klein in Not sein.

Einige Antworten findest du hier unter meinem Instagram Post.


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Empfehlung – Anzeige*

Das Sonnenkind putzt mit der roten und blauen Kinder Bambuszahnbürste von Hydrophil (für Babys und Kinder geeignet). Plastikfrei – vegan. Ich bin mit der Zahnbürste sehr zufrieden, sie passt perfekt in kleine Hände und ist sehr langlebig. Wir haben extra mehrere, dann kann sie überall putzen (mit Auswahl) und es ist immer eine da – wenn mal wieder eine verschollen ist:

Oder auch die schönen Bürsten von Nature Nerds*. Ebenfalls vegan und plastikfrei mit schöner Verzierung.

Sonnenkinds Zahnpasta von Weleda Naturkosmetik, vegan*.

Bambusliebe Zahnseide* – mit Pflanzenwachs, vegan, nachhaltig.


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“Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn: Der entspannte Weg durch Trotzphasen“

Ein wunderbares Buch für alle Menschen (Eltern, Großeltern, Erzieher, Lehrer, Tanten und und und…) die in Beziehung mit ihren Kindern leben möchten. Es hat mir damals – ganz am Anfang – die Augen geöffnet (Obwohl mein Kind zu dieser Zeit schon lange kein Kleinkind mehr war). Mir wichtige Denkanstöße, große AHA’s, Inspiration und wichtige Einblicke für meinen Erziehungsfreien Weg gegeben… es hat mich verstehen lassen. Große Empfehlung.

Weitere Buchempfehlungen


By the way > Sara Kulka’s Instagram Profil kann ich euch sehr empfehlen:

Sara Kulka auf Instagram





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